Auxi

Auxi

Die Aufgabe bestand darin, ein Konzept für ein Voice User Interface (VUI) oder Conversational User Interface (CUI) zu entwickeln. Aktuelle Sprachsteuerungen sind in ihrem Funktionsumfang relativ beschränkt und versuchen meist generelle Bedürfnisse abzudecken, wohingegen spezialisierte VUIs und CUIs eher seltener sind. Nach zwei Crazy-Eight-Sessions (Design-Thinking-Methode um 8 Ideen in 8 Minuten zu generieren) fokussierten wir uns auf das Themenfeld Küche.



Assistenz-System für Kochneulinge

Unser Konzept war es, eine interaktive Hilfe für Kochneulinge zu schaffen. In der heutigen Zeit ist es keine Selbstverständlichkeit mehr, dass die grundlegenden Kochkenntnisse aus dem Elternhaus mitgegeben werden, da viel mehr Fertigessen produziert und konsumiert wird und dem Kochen immer weniger Zeit gewidmet wird. Nach einigen Befragungen wurde der Nutzen dieses Systems mehrfach bestätigt. Gerade die Interaktion mit der Sprache des Nutzers schien sehr interessant, da beim Kochen die Hände oft schmutzig sind und so das Umblättern des Rezeptbuchs oder die Gesten auf Tablets erschweren. Zudem können keiner Hintergrundinformationen abgefragt werden.

Steht im Kochbuch zum Beispiel, dass etwas blanchiert werden muss, weiß der Laie nicht zwingend, was damit gemeint ist, wenn er noch nicht lange selbst kocht. Ein wichtiger Punkt unseres Systems war also, dass solche Grundinformationen direkt auf Abruf bereit sind. Anstatt also während dem Kochen zu googlen oder in einem andere Kochbuch etwas nachzuschlagen, muss der Nutzer hier nur fragen "Was ist blanchieren?" und erhält Hilfe. Diese Art des kontextuellen Verständnisses eines virtuellen Assistenten kann zuverlässig nur durch eine Spezialisierung der Software gewährleistet werden.



Ideation

Um verschiedene Ansätze zu generieren, wie und wo dieses virtuelle Assistenzsystem in der Küche seinen Platz findet, nahmen wir uns einen Tag frei für einen Hackathon. Entstanden sind die folgenden Konzepte:

  1. Modernisiertes Messer: Da das Messer ein unverzichtbares Küchenutensil ist und bei jedem Kochvorhaben zum Einsatz kommt, wollten wir mit einem Display hier ansetzen und das Messer zugleich als Hauptinteraktionsschnittstelle verwenden.
  2. Augmented Reality: Um ein Interface zu erstellen, welches permanent im peripheren Sichtfeld ist, modifizierten wir eine Brille und befestigten ein Smartphone daran, welches über einen Webserver angesteuert werden konnte.
  3. Rotierendes, stationäres Display: Durch eine Tablet-Halterung, die sich immer der Sprache nach dreht, kann das Interface immer sichtbar sein, ohne dass es durch Fett und andere Stoffe verunreinigt wird.

Aus Nutzerbefragungen während und nach unserem Hackathon stellte sich der Brillenprototyp am Geeignetsten heraus. Bei der Recherche zu existierenden Technologien stießen wir auf die Hololens, welche eine von Microsoft entwickelte Mixed Reality Brille ist, die eine Art Hologramm im dreidimensionalen Raum erzeugen kann.



Microsoft Hololens

Die Microsoft Hololens erstellt ein dreidimensionales Abbild des Raums, in dem sich der Nutezr aktuell befindet. Durch zahlreiche Sensoren und Kameras kann sich die Brille dann im Raum einordnen und die "Hologramme" dementsprechend anzeigen. Hängt man z.B. mit der Brille ein virtuelles Bild an die Wand neben sich und bewegt sich durch den Raum bleibt das Bild immer fest an der Wand hängen, als wäre es mit einem Nagel fixiert worden. So könnte sich der Nutzer unser User Interface aufteilen und beliebig konfigurieren. Eine Rezeptstation könnte z.B. an der Wand hängen, die aktuellen Schritte über den Herd projiziert und die Zutatenliste neben die Arbeitsfläche gezeichnet werden.